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Das autogene Training geht auf den Berliner Nervenartzt Johannes H. Schultz zurück. Er machte diese Entdeckung in den 20er Jahren an hypnotisierten Patienten. Dahinter steht die Idee positiver Selbstbeeinflussung (Autosuggestion). Die Schwerpunkte sind dementsprechend psychischer Natur und dienen der Psychohygiene. Dabei wird angestrebt, innere Spannungen von sich zu nehmen. Das therapeutische oder gesundheitsfördernde Anwendungsfeld von autogenem Training umfasst folgende Indikationen: das Lösen von nervösen Zuständen der Unsicherheit, Linderung von chronischen Kopfschmerzen (beispielsweise Migräne), Stressbewältigung und nicht zuletzt eine Entspannung des vegetativen Nervensystems. Gerade Letzteres wird ja unmittelbar von psychischer Befindlichkeit beeinflusst. Autogenes Training bedeutet somit: Gedankliche Einflussnahme auf Vorgänge des eigenen Körpers. Das Ganze läuft nach einem speziellen Programm ab, das in zwei Stufen unterteilt ist, nämlich die Unter- und die Oberstufe. In der Unterstufe wird der Mechanismus der Autosuggestion mit sechs gezielten Übungen antrainiert.
Schwereübungen (Arme und Beine werden, zunächst im Einzelnen und später im Gesamten, als schwer empfunden) Wärmeübungen (Arme und Beine werden, zunächst im Einzelnen und später im Gesamten, als warm empfunden) Atemübungen (Atmung wird automatisiert; ruhig und gleichmäßig) Herzübungen (Puls wird ruhig und regelmäßig) Sonnengeflechtsübung (der Bauch ist ganz warm, Wärme durchströmt den Körper) Stirnkühleübung (die Stirn ist kühl, der Kopf ist klar)
Es wird also mittels Autosuggestion versucht, die 6 beschriebenen Zustände nach und nach zu erreichen. Dabei sollen kurze, prägnante Formeln helfen, die man sich gedanklich suggeriert, bis der entsprechende Zustand erreicht und gehalten werden kann (beispielsweise: „linker Arm – ganz schwer“). Die Unterstufe gilt als absolviert, sobald man in der Lage ist, binnen 10 Minuten alle 6 Zustände zu durchlaufen. Dies setzt ein tägliches, mehrfaches Üben voraus, für welches man sich mindestens je 5 Minuten Zeit nehmen sollte. Es folgt die Oberstufe. In der Oberstufe versetzt man sich innerlich in bestimmte Szenarien, die als angenehm empfunden werden. Dabei kann es sich sowohl um angenehme Vorstellungen, als auch um Erinnerungen handeln. Diese werden mittels Autosuggestion gedanklich vergegenwärtigt. Es wird ein trance-artiger Zustand erreicht. Wichtig ist, dass man sich nach allen (!) Übungen wieder richtig „ausklinkt“ - außer man möchte sich danach direkt schlafen legen. Dies kann mittels Dehnung und Beugungen, bei tiefer Atmung erreicht werden.
Noch ein Geleitwort zum Schluss: Heilsame Autosuggestion kann nur aus dem Zustand gelassener Konzentration entstehen („Ich fühle es, und es ist gut“). Diese Haltung ist die Grundstimmung bei jeder Übung. Wer an autogenem Training interessiert ist: Mittlerweile gibt es CDs und dergleichen, die autogenes Training vermitteln. Wer jedoch praktische, professionelle Anleitung will: Ein Kurs kostet 50,- bis 150,-€. Jedoch macht es Sinn den Service der eigenen Krankenkasse auszuloten. Viele Krankenkassen bieten autogenes Training kostenfrei, oder zumindest vergünstigt, an.
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